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200 Seminarbesucher informierten sich in Stuttgart über Bauen mit Glas
Das "Arcforum"-Fachseminar von Glas Trösch erfreut sich immer größerer Beliebtheit.
Die sechste Folge der jährlichen Veranstaltungsreihe zum Thema "Bauen mit Glas" fand am 11. Oktober 2007 im Stuttgarter Linden-Museum statt und verzeichnete mit rund 200 Gästen einen neuen Besucherrekord. Zum aktuellen Arcforum brachte Glas Trösch erstmals Architekten und Planer mit professionellen Bauherren zusammen, um den fachlichen Austausch zu fördern und eine Plattform für neue Kontakte zu schaffen. Das sechste Arcforum stand dabei im Zeichen ganzheitlicher Gebäudeplanung. Renommierte Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft informierten die Fachbesucher in spannenden Referaten insbesondere über Planungs- und Baumethoden, welche die Themen Energieeffizienz und Nachhaltigkeit als integralen Bestandteil der Bauplanung und -ausführung begreifen. In den einzelnen Vorträgen spielte vor allem der Aspekt der Fassadengestaltung eine besondere Rolle. In zahlreichen Objekt-Beispielen präsentierten die Referenten Lösungsansätze, die Design, Funktionalität und den Faktor Nachhaltigkeit im Rahmen einer ganzheitlichen Planung zusammenführen - ganz im Sinne des Leitsatzes "form follows function". Den einzelnen Vorträgen schlossen sich lebhafte Diskussionen der Forumsteilnehmer über die vorgestellten Planungsmethoden und Projekte an. Für Gesprächsstoff sorgten auch die Ausstellung der Unabhängigen Berater für Fassadentechnik (UBF e.V.) und die Präsentation des Verbandes der Fenster- und Fassadenhersteller (VFF) - begleitet von einer Live-Band zum Ausklang der Veranstaltung.
 
Mit einer ungewöhnlichen Aussage eröffnete Christian Jetzt, der Leiter der Ulmer Glas Trösch Beratung, das sechste Arcforum: Er verglich den Werkstoff Glas mit einem Topmodel. Glas sei durch seine Vielseitigkeit und seine unzähligen Kombinationsmöglichkeiten immer en vogue, könne aber darüber hinaus auch über seine inneren Werte überzeugen. Gleichzeitig könne Glas, falsch eingesetzt, auch sehr "zickig" wirken. Deshalb sei es die Aufgabe von Glas Trösch als professionellem Beratungspartner, Architekten und Planern aufzuzeigen, wie sämtliche Potenziale des Werkstoffes Glas zu nutzen sind: "Wir übersetzen Ihren Gestaltungswillen in die Glassprache - effizient und effektiv". In diesem Zusammenhang wies Christian Jetzt auf die umfassenden Beratungsleistungen von Glas Trösch hin - von der Beratung bezüglich technischer Normen bis hin zur technischen Machbarkeit von Bauvorhaben mit Verwendung des Werkstoffs Glas.
 
Climadesign: Ganzheitliches Planen als Voraussetzung für nachhaltiges Bauen
 
In seinem informativen und unterhaltsamen Vortrag "Climadesign: Ganzheitliches Planen als Voraussetzung für nachhaltiges Bauen" gab Professor Dr.-Ing. Gerhard Hausladen von der TU München den Zuhörern zahlreiche Denkanstöße und zeigte Lösungsansätze zur ganzheitlichen Gebäudeplanung auf. Der Fachmann vom Lehrstuhl für Bauklimatik prägte den Begriff des Climadesign als Synonym für eine Planungsmethode, welche die Faktoren Klima und Umwelt von Anfang an im gesamten Entwurfsprozess berücksichtigt. Sie werde in der Praxis bereits von einzelnen Planungsbüros umgesetzt. Dabei stehe das Wort Design für "Entwerfen" und damit für eine aktive Gestaltung und Steuerung des Planungsprozesses im Sinne eines nachhaltigen Bauens. Die technologischen Möglichkeiten stünden heutzutage zur Verfügung, um weltweit Null-Energie-Häuser zu bauen und natürliche Ressourcen, sprich regenerative Energiequellen aus der unmittelbaren Umwelt zu nutzen, um den Energiebedarf eines Hauses vollständig zu decken. "Diese Chance sollten wir im Baubereich heute ergreifen", appellierte Gerhard Hausladen an seine Zuhörer. Er stellte dabei klar, dass je mehr ein Gebäude aufgrund seiner baulichen Beschaffenheit leiste, desto weniger Haustechnik benötigt werde. In diesem Zusammenhang wies Professor Hausladen das Fachpublikum darauf hin, dass der Werkstoff Glas große Potenziale bietet und erläuterte die Möglichkeiten an einem beispielhaften Bauvorhaben. Er berichtete von der Sanierung eines Schulgebäudes, bei der eine Glashaut als "neue" Gebäude-Außenhülle installiert wurde - mit einzelnen Durchstichen im Bereich der Fenster. Diese spezielle Konstruktion gewährleistet einen optimierten Wärmeschutz im Winter und ausreichende Belüftungsmöglichkeiten im Sommer, und das bei Erhaltung der ursprünglichen Fensterkonstruktion. Professor Gerhard Hausladen schloss seinen Vortrag mit dem Hinweis auf den neuen Masterstudiengang "Climadesign" der TU München, der die Methodik der ganzheitlichen Planung als zentralen Ausbildungsbestandteil der kommenden Planergenerationen vorsieht.
 
Im Anschluss an den Vortrag von Prof. Hausladen stellte Dipl.-Ing. Architekt Valentin Wetrowetz von Glas Trösch neue Fassadenglasanwendungen vor, die mit Glas Trösch-Produkten realisiert worden sind. Unter anderem präsentierte der Berater als Referenz den Neubau des würfelförmigen Bürogebäudes der Sendener Firma ESTA, dessen Außenhülle zu 100 Prozent aus einer Glasfassade besteht. Beim ESTA-Bürohaus kam eine Glas-Kombibeschichtung zum Einsatz, die gleichzeitig einen Sonnen- und einen Wärmeschutz bietet: Das Glas "SILVERSTAR COMBI Neutral 70/35" wurde zusätzlich mit einem Siebdruck versehen, wodurch der g-Wert von 35 Prozent auf 20 Prozent reduziert werden konnte. Als ein weiteres Referenzobjekt stellte Valentin Wetrowetz den Saturn Tower in Wien vor, bei dessen Fassadengestaltung Glas Trösch-Produkte unter anderem in Grün- und Silber-Tönen eingesetzt wurden, wodurch das Gebäude mit einer farblich nuancierten Glashaut "glänzt". Ergänzend zum Vortrag von Valentin Wetrowetz stellte Christian Jetzt von Glas Trösch dem Publikum zunächst eine Produktneuheit vor, ein Glas, worauf sich über einen Video-Beamer bewegte Bilder projizieren lassen. Es reflektiert lediglich 4 Prozent des Lichts und ermöglicht die Betrachtung von Bildern und Filmen von beiden Seiten des Glases in optimaler Auflösung. Somit ist das neue Glas-Produkt als "Medienfassade", aber auch im Interieur-Bereich und insbesondere im Ladenbau einsetzbar. Der Produktvorstellung folgten weitere Referenzbeispiele, unter anderem die Fassadengestaltung des Knorr Bremse-Bürogebäudes in München und des Walterboskomplexes in Apeldoorn.
 
Sanierung mit Passivhauskomponenten Nach einer kurzen Pause führte Dr. Burkhard Schulze Darup vom Nürnberger Architekturbüro Schulze Darup & Partner die Vortragsreihe fort. Im Rahmen seines Referats zum Thema "Sanierung mit Passivhauskomponenten" präsentierte Schulze Darup beispielhaft einige Bauvorhaben zur energetischen Sanierung von Altbauten und unterstrich das große Energiespar-Potenzial bei der Gebäudemodernisierung. Schulze Darup gab dabei einen Rückblick auf die Entwicklung der vergangenen 50 Jahre in Deutschland, und verwies auf die immer strengeren gesetzlichen Vorgaben zur Energieeffizienz einerseits, und auf die attraktiven Fördermöglichkeiten andererseits. Der Experte erläuterte, dass sich die Energieeffizienz von bestehenden Gebäuden durch die energetische Sanierung mit Passivhauskomponenten um den Faktor 10 optimieren lässt. Mit zahlreichen Referenzbeispielen belegte Dr. Schulze Darup, dass diese Vorgehensweise sich in der Praxis bereits vielfach bewährt hat. Auch er griff die Potenziale von Glas bei der Sanierung auf und rief die anwesenden Architekten und Planer auf, bei der Gestaltung von Glasfassaden ganz besonders auf die Bauphysik zu achten.
 
Die Arcforum-Vortragsreihe schloss Dipl.-Ing. Architekt Nikolaus Goetze, Partner im Architekturbüro von Gerkan, Marg und Partner (Büroleiter: Hamburg/Shanghai/Hanoi) mit einem spannenden Werkbericht über realisierte und geplante Bauvorhaben in China und Vietnam. Einleitend berichtete Goetze über die großen Potenziale der internationalen Bauwirtschaft in Asien. Vor allem China sei durch seine ständig wachsende Mittelschicht kennzeichnend, für einen ständig steigenden Wohnraumbedarf und wachsende Konsummöglichkeiten. Aber auch auf die Schattenseiten wies Goetze hin: Soziale Spannungen, Landflucht, Umweltverschmutzung, und eine Überhitzung der Märkte seien große Probleme. Auch in Bezug auf die Planung gäbe es Herausforderungen zu meistern, zum Beispiel bedingt durch Sprache und Mentalität bei Kooperationen zwischen chinesischen und europäischen Unternehmen. Dennoch sind Bauprojekte in Asien für Nikolaus Goetze sehr spannend, "denn wo werden noch Opernhäuser, Flughäfen und Bahnhöfe gebaut?" Als ein Referenzbeispiel des Architekurbüros von Gerkan, Marg und Partner präsentierte Goetze das Shenzen Convention & Exhibition Center. Die rechteckige Messehalle wurde entgegen der chinesischen Bautradition mit einer großen Glasfassade ausgestattet und lässt viel Licht ins Gebäude - eine Baumaßnahme, die das Architekten-Team beim chinesischen Bauherren viel Überzeugungsarbeit gekostet hat.
 
 
 
 
 
 
 
Quelle: Glas Trösch 
 
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