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Farbiges Fenster für Papst-Haus
Ein künstlerisch gestaltetes Fenster bereichert das Geburtshaus Papst Benedikt XVI. in Marktl am Inn.
Eingebaut und geweiht wurde es an diesem Ort der Begegnung zur Wiedereröffnung am 15. März 2008.

Der in Frauenau lebende englische Glaskünstler Mark Angus schuf eine bildhafte Darstellung der zentralen Anliegen des Oberhaupts der katholischen Kirche, wie sie in den beiden Enzykliken zum Ausdruck kommen. Deus caritas est - Gott ist die Liebe - und Spe salvi – Gerettet durch Hoffnung. Die aktuelle Sonderausstellungist diesen Themen gewidmet.


Mark Angus ließ sich auf die Materie ein und überzeugte bereits mit seinen ersten Aquarellen das Ausstellungsteam um Ludwig Raischl, den Theologischen Leiter des Papstgeburtshauses. Um das Wesentliche zu erkennen und visualisieren zu können, setzte sich der in sakraler Glasmalerei erfahrene Künstler intensiv mit den  Inhalten der Papstschreiben auseinander. Von besonderer Bedeutung war die Auswahl des Materials. Er entschied sich für mundgeblasenes Glas aus der Glashütte Lamberts in Waldsassen, wo in alter handwerklicher Tradition farbiges Flachglas hergestellt wird. Durch die lebendige Struktur und die Intensität der Farbe ist dieses Glas besonders ausdrucksstark. Das ausgewählte Doppelüberfangglas ist eine Spezialität der Glasmacher aus der Oberpfalz. Unter der dünnen blauen Oberflächenschicht liegt eine zweite aus opal-weißem Glas und darunter wiederum die etwas stärkere klare Glasschicht. Durch Wegätzen der Farbschichten können stufenlos alle Farbtöne und Verläufe von kräftig blau bis glasklar erreicht werden. Die gelbe Farbe wiederum entsteht durch die rückseitige Bemalung mit Silber und anschließendes Einbrennen. Bei dieser sehr diffizilen Arbeit zeigte sich das Können und die langjährige Erfahrung des Glaskünstlers, der alle Arbeiten selbst in seiner eignen Werkstatt ausführte - auch das Zusammenfügen der neun Einzelsegmente mittels Bleistegen zum Gesamtbild. Vor das Originalfenster des denkmalgeschützten Hauses montiert, taucht das so entstandene Glasgemälde den Gang zwischen den Ausstellungsräumen in ein fast mystisches Licht. Mit Mariens „Ja“ bei der Erscheinung des Engels versammelt sich die Menschheit um den gekreuzigten Herrn wird regelrecht spürbar. Durch die reduzierte Farbigkeit und das Spiel mit dem Licht regt die Darstellung den Betrachter zum Nachdenken an.

 

www.lamberts.de

www.papsthaus.eu
www.markangus.com

 

 

 

Quelle: MM-PR

 
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