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Glas wechselt auf Knopfdruck von transparent zu schwarz

Ein Forscher-Team des MIT hat ein Verfahren entwickelt, das ein Glas auf Knopfdruck binnen kürzester Zeit zwischen lichtundurchlässig und lichtdurchlässig umschalten lässt. Dieses Spezialglas ist beispielsweise für Fenster oder Displays geeignet.

Die Forscher setzen auf elektrochrome Materialien, die ihre Farbe bei elektrischen Strom ändern. Wird Spannung an das Glas gelegt, kann es sich innerhalb kurzer Zeit schwarz verfärben. Damit wird die Glasscheibe lichtundurchlässig. Die Transparenz des Glases wird dann wieder hergestellt, wenn eine Spannung erneut angelegt wird.

 

Schnelle Bewegung von Ionen und Elektronen

 

Die Forscher sprechen von "metal-organic-fremeworks (MOFs)", also einem Gerüst von metallisch-organischen Verbindungen, in dem sich Ionen und Elektronen schnell bewegen können und den Transluzenz-Zustand des Glases schnell regulieren.

 

Es ist nicht die erste Technologie in diesem Zusammenhang. "Schaltbares Glas" ist bereits in vielen Anwendungen, beispielsweise bei Besprechungsräumen, die nach Bedarf blickdicht geschaltet werden können oder auch bei Cockpit-Fenster der Boeing 787 oder der Glaswand des Führerstandes im ICE-3, wo eine ähnliche Technik eingesetzt.

 

Vorteile der MIT-Technik

 

Projektleiter Mircea Dinca ist davon überzeugt, dass die von ihnen entwickelte Technik Vorteile bietet: So brauchten die bisherigen Techniken einige Minuten, bis sich die Lichtdurchlässigkeit ändere. Außerdem machten sie das Glas nicht vollständig undurchsichtig. Schließlich benötigten die meisten elektrochromen Materialien dauerhaft elektrischen Strom.

 

Bisher funktioniert die Technik jedoch nur unter Laborbedingungen. Die Forscher planen, ein 1 Quadratzoll (6,45 qm²) großes Muster zu bauen, um die Funktionen zu präsentieren. Ziel ist es, interessierte Investoren für die Serienproduktion und Vermarktung zu finden.

 

Anwendungen für Displays oder Fenster

 

Eine mögliche Anwendung für dieses Glas sind Fensterscheiben, die sich auf Knopfdruck verdunkeln lassen, um das Sonnenlicht abzufangen. Einsparungspotenzial für den Betrieb von Klima-Anlagen wäre damit gegeben. Weiterhin kann das Spezialglas auch bei Monitoren verwendet werden, die somit weniger Strom benötigen würden.

 

Englischsprachig ist die Forschungsarbeit in der Fachzeitschrift "CHEM" nachzulesen. Das Projekt wurde unter anderem vom US-Energie- Ministerium und dem Master Institute of Science and Technology aus den Vereinigten Arabischen Emiraten finanziert.

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