Ihre Firma eintragen

Pendelschlagversuche auf Glasbrüstungen zur Erlangung des AbP

Zur Erlangung eines Allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfungszeugnisses (AbP) wird ein Pendelschlagverfahren angewendet, um die absturzsichernde Funktion zu testen.

Geltungsbereich

Die technischen Regeln gelten für mechanisch gelagerte Verglasungen bei Vertikalverglasungen, tragenden Glasbrüstungen mit durchgehendem Handlauf und Geländerausfachungen aus Glas, die entweder Anforderungen aus den TRLV und nach den TRAV erfüllen müssen. Oder Geländer aus Glas, die ausschließlich Anforderungen nach den TRAV erfüllen müssen, z.B. punktförmig gelagerte Geländerausfachungen in Innenräumen.

Die mindestens zu sichernde Brüstungshöhe wird durch die jeweilige Landesbauordnung geregelt.

Absturz sichernde Verglasungen nach diesen Regeln werden in folgende Kategorien unterteilt:

  • Linienförmig gelagerte Vertikalverglasung im Sinne der TRLV, die keinen tragenden Brüstungsriegel oder vorgesetzten Holm in baurechtlich erforderlicher Höhe zur Aufnahme von Horizontallasten besitzen. Die Kanten der Verglasungen müssen entweder durch Lagerung (z.B. Pfosten, Riegel, benachbarte Scheiben) oder direkt angrenzende Bauwerksteile (z.B. Wände oder Decken) sicher vor Stößen geschützt sein.

  • An ihrem unteren Rand in einer Klemmkonstruktion linienförmig gelagerte tragende Glasbrüstung, deren einzelne Scheiben durch einen aufgesteckten durchgehenden Handlauf verbunden sind. Neben dem Schutz der oberen Kante der Glasbrüstung muss der Handlauf die sichere Abtragung der planmäßigen Horizontallasten in Holmhöhe (Holmlast) auch beim Ausfall eines Brüstungselementes gewährleisten.

  • Absturzsichernde Verglasungen, die nicht zur Abtragung von Horizontallasten in Holmhöhe dienen und einer der folgenden Gruppen entsprechen:

    C1: An mindestens zwei gegenüberliegenden Seiten linienförmig und/oder punktförmig gelagerte Geländerausfachungen.

    C2: Unterhalb eines in Holmhöhe angeordneten, lastabtragenden Querriegels befindliche und

    an mindestens zwei gegenüberliegenden Seiten linienförmig gelagerte Vertikalverglasungen im Sinne der TRLV.

    C3: Verglasungen der Kategorie A mit vorgesetztem lastabtragendem Holm in baurechtlich

    erforderlicher Höhe.

Stoßartige Einwirkung zum Nachweis der Tragfähigkeit

Die Versuche dürfen nur von einer dafür bauaufsichtlich anerkannten Prüfstelle durchgeführt werden. Die Prüfstelle kann, falls die Tragfähigkeit unter stoßartigen Einwirkungen verschiedener Ausführungsvarianten zu beurteilen ist, entscheiden,

welche Varianten geprüft werden müssen. Die Prüfstelle muss auch die grundsätzliche Eignung der Glashalterung beurteilen. Im Prüfbericht sind Versuchsaufbau und durchgeführte Versuche detailliert zu beschreiben. Die Prüfstelle kann bei der Beurteilung von absturzsichernden Verglasungen auf Basis übertragbarer Prüfergebnisse auf explizite Bauteilversuche oder Teile von Versuchen verzichten.

Pendelschlagversuch mit Zwillingsreifen

Zum experimentellen Nachweis der Tragfähigkeit unter stoßartigen Einwirkungen der Verglasungskonstruktion dienen ein Pendelschlagversuch mit einem Zwillingsreifen (Masse: 50 kg, Reifendruck: 4,0 bar) in Anlehnung an DIN EN 12600:1996-12 (Norm-Entwurf). Abhängig von der Kategorie der Verglasung sind verschiedene Pendelfallhöhen anzusetzen.

Durch den Versuchsaufbau muss das Tragverhalten der Originalkonstruktion (einschließlich Unterkonstruktion) auf der sicheren Seite liegend abgebildet werden. Für statische Nachweise nicht ansetzbare günstig wirkende Versiegelungen sind gegebenenfalls – und mit Ausnahme des Isolierglas-Randverbundes - vor dem Stoßversuch aufzutrennen. Soll durch die Versuche auch die hinreichende Tragfähigkeit des Rahmens und der Beschläge festgestellt werden, so ist zwingend die Originalkonstruktion zu prüfen. Prüfungen vor Ort am Originaleinbau sind zulässig. Die Prüfstelle entscheidet, welche Bauteile nach Durchführung der Stoßversuche weiter verwendet werden dürfen.

 

    Aktuelle Firmeneinträge