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XXL-Formate beim Glas in der Architektur

Eine XXL-Scheibe auf dem Weg in den Autoklaven beim Glashersteller Sedak – einem der Spezialisten für die Produktion und Veredelung überdimensionaler Verglasungen.

(Bildquelle: sedak GmbH & Co. KG)

Beeindruckende Verglasungsgrößen in modernen Architekturen

Länger. Höher. Weiter. Unter den Glasherstellern scheint ein regelrechter Übertrumpfungswettbewerb stattzufinden, um immer größere Scheiben herzustellen. Inzwischen sind Längen bis 18 Meter realisierbar.

Moderne Herstellungsverfahren für Floatglas

Im Floatglasverfahren hergestellte Gläser sind in den letzten Jahren immer größer und auch erschwinglicher geworden. Heute sind bereits Maschinen in der Lage, Glasscheiben bis 18 Meter Länge herzustellen und die 20-Meter-Marke wird bereits angepeilt.

Eigentlich ist die Größenlimitierung einer Verglasung in der Architektur durch einen möglichst effizienten U-Wert gegeben. Hier hat sich in den letzten Jahrzehnten viel getan: Es ist gelungen, den UG-Wert von der Einscheibenverglasung über die erste Generation der Isolierverglasung bis hin zur heutigen Dreifach-Wärmeschutzverglasung von mehr als 5,0 W/(m2K) auf 0,7 W/(m2K) auf fast ein Zehntel zu reduzieren. Fraglich ist, ob dieser Wert aus bauphysikalischen Aspekten noch weiter gesenkt werden kann. Zwar könnte man in Richtung Vierfach-Verglasung oder Vakuumverglasung weiter entwickeln, jedoch stehen Kosten und Nutzen dann kaum noch im Verhältnis.

Großformatige Verglasung im Trend

Wärmeschutz stellt jedoch nur einen Aspekt beim Thema Verglasungen dar. Auch spielen Brand- und Schallschutz oder die Verschattung eine Rolle, die inzwischen durch elektrochrome (schaltbare) Gläser auch von der Verglasung selbst gelöst wird – ganz ohne mechanische Komponenten wie Raffstores oder Rollläden, die oft störungsanfällig sind und in großen Höhen den Windlasten nicht mehr standhalten können. Und wenn wir gerade von "Groß" sprechen – die Formate der Scheiben sind aktuell ein viel diskutiertes Thema in der Glasbranche, welches die Bedeutung der Verglasung für die Architektur weg von rein bauphysikalischen Aspekten in den Fokus der Gestaltung und der Ästhetik rückt. Man kann auch sagen: die Verglasung hat wieder an Format gewonnen, und zwar im Wortsinn. Tatkräftig unterstützt, aber auch herausgefordert von den Planern, haben sich die Glashersteller auf den Wettlauf eingelassen, wer es wohl schafft, die noch größere Glasscheibe zu produzieren, zu bearbeiten und zu veredeln. Die Firma Sedak ist neben Thiele Glas, AGC Interpane, Saint-Gobain und Anderen einer der Glashersteller, die bei der Entwicklung sogenannter XXL-Gläser den Ton für das Machbare angeben. Das Format bis 18 x 3,21 m schafft inzwischen jedes dieser Unternehmen, während Sedak bereits den Ausblick wagt, ab Mitte dieses Jahres mit 3,51 x 20 m "die größten Gläser der Welt" herzustellen und zu veredeln. Und weil solche Formate ja auch irgendwie von A nach B transportiert werden müssen, hat der 2007 gegründete Glasveredler dafür einen Spezialinnenlader entwickelt, der 16 m lange Scheiben auf die Straße bringt – in seiner Bauart mit insgesamt 23 m der wohl längste Glas-Sattelschlepper der Welt.

Veredelung und Logistik stellen die eigentlichen Herausforderungen dar

Eine Scheibe durchläuft von der Herstellung im Glaswerk bis zum Einbau am Neubau einen langen Weg mehrerer Prozessschritte, die allesamt gelöst werden müssen. Beispielsweise muss auch die Statik des Neubaus auf das höhere Gewicht der Glasscheiben angepasst werden. Befestigungsmittel, tragende Profile und Untergründe müssen in der Lage sein, das enorme Eigengewicht der Scheiben (je nach Größe zwei bis drei Tonnen) aufzunehmen und dazu die Wind- und eventuell Schneelasten mit abzutragen. Und gelöst sein will auch die Frage: Wie bekommt man so große Scheiben an der Baustelle vom LKW zum Einbauort – ohne zu riskieren, dass sie beschädigt werden oder komplett "verloren gehen"?

 

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